Ü01: Aufwärmen und Abwärmen

Ratschläge und Erläuterungen zum idealen Wärmeeinsatz vor und beim Training

  1. BuckBall
    Geeignet für:
    Einsteiger
    Risikoklasse:
    keine
    Anatomischer Fokus:
    Allgemeines Gewebe
    Geförderte Messwerte:
    keine
    Alternative Bezeichnung:
    Warm-Up
    Übungsfamilie:
    Ergänzung
    Verwandte Übungen:
    Ballooning (Einsteiger), Beckenbodentraining (Einsteiger)
    Hintergrund
    Ausreichende Wärme ist eine wichtige, wenn nicht schlichtweg die Grundlage des PE-Trainings. So ist ein unaufgewärmter Penis anfälliger für Verletzungen und sein Gewebe lässt sich weniger dehnen als unter Wärmeeinfluss. Zudem wird durch das Auf- und Abwärmen auch die Durchblutung angeregt, was wiederum für die Versorgung der Zellen und die Förderung der Schwellkörper unabdingbar ist. Zu guter Letzt beugt Wärme dem Zusammenziehen (auch "Turtling") des Penis vor.
    Daher sei jedem angeraten, auf genügend Wärmezufuhr vor, während und nach dem Training zu achten, selbst wenn diese Grundlage des Trainings bisweilen vorschnell als unwichtiger, unnötiger Aufwand abgetan wird.

    Ausführung
    Es gibt diverse Wege, um dem Penis als Vor- und Nachbereitung für das PE-Training Wärme zuzuführen. Zu Beginn aller Aufwärmübungen bzw. dem Beginn jedes Trainings sollte allerdings die Hygiene stehen. Am Besten wäscht man seine Hände und seinen Penis gründlich, um keinen Schmutz oder Keime an die empfindlichen Eichelschleimhäute kommen zu lassen. Zudem sollte man darauf achten, ganz gleich, welche Aufwärmmethode man verwendet, dass man den Penis wirklich einige Minuten der Wärme aussetzt, bevor man mit den Übungen beginnt. Das Gewebe braucht schlichtweg ein wenig Zeit, um sich zu erwärmen und die Blutzirkulation in Gang zu bringen. Es folgt eine kleine Übersicht der gängigen Aufwärmmethoden.

    Manuelles Aufwärmen: Eine schlichte Massage des Penis mit den eigenen, zuvor gründlich erwärmten Händen sorgt nach ein paar Minuten für eine erhöhte Blutzirkulation und Wärme. Dabei sollte man aber darauf achten, den Penis mit hinreichender Vorsicht zu behandeln. Man kann ihn z.B. zwischen den Händen rollen, ihn sanft kneten, gegen das Bein klopfen oder auch mit leichtem Schwung kreisen lassen. Generell eignen sich Cremes und Salben sehr gut, um diese Art des Aufwärmens zu unterstützen. Ein großer Vorteil dieser Aufwärmmethode ist, dass sie keinerlei Utensilien oder Ausgaben erfordert. Andererseits ist auf diese Weise aber meist nicht dieselbe Wärmezufuhr zu erreichen, wie mit externen Hilfsmitteln.
    Aufwärmen mittels Wärmelampe: Wohl die komfortabelste, aber mit einer Anschaffung verbundene Art der Wärmezufuhr ist derweil die Nutzung einer Wärmelampe (d.h. einer einfachen Infrarot-Lampe). Der Vorteil beim Aufwärmen des Penis mit einer Infrarotlampe ist, dass man sie während des ganzen Trainings auf den Penis scheinen lassen kann. Es kommt somit nicht nur vor und nach dem Training zur punktuellen, sondern auch direkt bei der Ausführung der Übungen zu einer gleichmäßigen Erwärmung. Dies ist nicht nur von der Handhabung her praktisch, sondern auch für das Gewebe schonend. Daher ist die Nutzung einer solchen Lampe absolut empfehlenswert, sofern man die Ausgabe der Anschaffung (etwa 10 bis 20 Euro) nicht scheut. Die exakte Wärmeintensität kann man derweil über die Entfernung des Geräts zum Penis regulieren. Meist sorgen 50 bis 100 cm Entfernung für eine anhaltend angenehme Erwärmung.
    Dabei genügt im Grunde ein schlichtes Modell mit einer Leistung von ca. 100W und möglichst einer neigungsverstellbaren Lampenhalterung. Derlei Produkte sind in der örtlichen Drogerie oder eben in diversen Internetversandhäusern zu finden.
    Beispiele für derartige Lampen sind (gestaffelt nach Preishöhe): Sanitas SIL 06 Infrarotlampe, Beurer IL 11 Infrarotlampe, Efbe-Schott IR 812 Infrarotlichtlampe, Philips HP3616/01 InfraPhil Infrarot-Lampe
    Es gibt sie natürlich auch in vergleichbarer Ausführung von diversen anderen Marken.
    Alternativ kann man auch einen größeren Heizstrahler (siehe z.B. hier) verwenden, der dann aber meist deutlich teurer ist (in der Anschaffung, aber vor allem beim Energieverbrauch) und eher dazu nutzt, einen ganzen Raum zu erwärmen.
    Aufwärmen mittels Wärmekissen oder Wärmflaschen: Wärmekissen und -flaschen gibt es in diversen Varianten. Zum Teil schlicht auf Wasserbasis (die klassische Wärmflasche), zum Teil auf Basis chemischer Reaktionen (entsprechende Wärmekissen), durch Erwärmung in der Mikrowelle (z.B. Kirschkernkissen oder Reissocken) oder sogar per elektronischer Heizfunktion (z.B. Heizkissen und -decken).
    All diese Produkte haben den Vorzug, dass sie externe Wärme an den Penis heranbringen, was die Wirkung einer bloßen Massage oft übertrifft. Allerdings ist ihre Wärmeeinwirkung mitunter schwer zu regulieren und generell sehr punktuell. Der Penis wird also kurzzeitig stark mit Wärme in Kontakt gebracht, kühlt aber während der Übungen selbst (z.B. dem Stretching) immer wieder ein wenig aus. Man sollte daher bei der Verwendung derartiger Utensilien darauf achten, dass man den Penis nicht zu großer Hitze aussetzt und zudem regelmäßig nachwärmt, während man die Übungen ausführt.
    Beispiele für derartige Produkte sind:
    Wärmflasche: Fashy 6530 Wärmflasche
    Wärmekissen auf Basis chemischer Reaktionen: Wärmekissen Rechteck
    Mikrowellenkissen: Kirschkernkissen RFM
    Elektronisches Heizkissen: Sanitas SHK 18 Heizkissen
    Aufwärmen mittels Umgebungstemperatur: Dieser Weg des Aufwärmens ist wirklich nur dann ausreichend, wenn in einem Raum tatsächlich hohe Temperaturen (35 °C und mehr) herrschen. Obwohl man dies in einem Badezimmer sicher erreichen kann, sind die damit verbundenen Heizkosten kaum den Nutzen wert, sofern man die Wärme nur für das PE-Training erzeugt.
    Aufwärmen mittels warmem Waschlappen: Eine sehr einfache und vor allem kostenlose Möglichkeit ist die Verwendung eines Waschlappens oder kleinen Handtuchs zum Aufwärmen des Penis. Dabei wird das Textilstück einfach in warmes Wasser gehalten und dann um den Penis gewickelt. Dabei ist anzumerken, dass der Waschlappen vergleichsweise schnell auskühlt und die Feuchtigkeit auf der Penishaut (wenn man während der Übungen nachwärmt) bei der Übungsausführung stören kann bzw. zuvor immer wieder entfernt werden muss.
    Aufwärmen mittels warmem Wasser: Ähnlich dem Aufwärmen mittels wassergetränkten Waschlappen, kann man den Penis auch einfach ins warme Wasser halten oder "einlegen". Am Einfachsten ist dies in der Dusche oder der Badewanne umzusetzen.

    Zusatzhinweise
    • Vorsicht vor zu großer Hitze: Wie bei allen Dingen, gibt es stets den Reiz, das Gute und Förderliche nach allen Regeln der Kunst auszureizen - und zu übertreiben. Ebenso ist es mit der Wärme beim PE-Training: Im rechten Maß ist sie eine wichtige Grundlage. Wird das Glied jedoch zu großer Hitze ausgesetzt, entstehen Schmerzen und es entsteht ein ähnlicher Effekt wie durch Kälteeinwirkung - der Penis zieht sich im Rahmen einer körpereigenen Schutzfunktion ("Turtling") zusammen. Man sollte daher auch beim Wärmeeinfluss umsichtig darauf achten, es nicht zu übertreiben.
    • Vom Nutzen des Abwärmens: Das Abwärmen wird mitunter nur stiefmütterlich behandelt, stark verkürzt oder sogar ganz weglassen. Dabei ist seine Wirkung nicht zu unterschätzen, besonders wenn das Training hohe Anteile von Tunica- oder Ligübungen (also Stretchingübungen) enthielt. Bei diesen kann die Durchblutung des Penis gehörig herabgesetzt werden und sollte dann am Ende des Trainings mit einer gleichmäßigen Wärmezufuhr wieder angeregt werden. Anstatt des Abwärmens kann aber auch sanftes Ballooning angewendet (bzw. mit dem Abwärmen kombiniert) werden, um die Zirkulation wieder in Gang zu bringen.
    • Unterstützende Cremes und Salben: Um das Aufwärmen zu unterstützen, kann man auf diverse handelsübliche Lotionen, Cremes und Salben zurückgreifen, die z.B. eine etwaige Aufwärmmassage angenehmer machen. Oft sind in den Cremes Inhaltsstoffe vertreten, die die Durchblutung und Nährstoffversorgung der Haut fördern. Dies gilt für alle klassischen Body Lotions, Handcremes und sonstigen Pflegecremes. Salben (z.B. Bepanthen- oder Zinksalbe) haben derweil oft einen deutlich dickflüssigeren, zäheren Charakter als Pflegecremes. Man sollte in der Hinsicht auch bei der Anwendung von Zinksalbe aufmerksam sein, da diese einen austrocknenden Effekt hat, der unter Umständen die Eichelschleimhäute reizen kann. Zu guter Letzt gibt es auch noch gesondert als solche verkaufte Pflegecremes für den Penis, die aber in den meisten Fällen vor allem viel Geld kosten, aber gegenüber klassischen Lotionen erheblichen Vorteil bieten. Man sollte hingegen sorgfältig darauf achten, dass man keine Wärme-, Schmerz- oder Muskelgels auf den Penis aufträgt, die durch sich selbst für eine starke Erwärmung sorgen (z.B. Finalgon) oder die Haut reizen. Die empfindliche Haut des Penisschafts und Hodensacks und besonders die Schleimhäute der Eichel reagieren extrem empfindlich auf derlei Substanzen und können über Stunden schmerzen, wenn sie damit in Kontakt kommen.
    • Kälte als vermeintlicher Garant für Mikrorisse: Es gab immer mal wieder die Überlegung, den Penis gezielt nicht aufzuwärmen, sondern den kalten Penis möglichst heftig zu strecken - um Mikrorisse zu provozieren und so das Wachstum zu fördern. Die Grundlage dieses Gedankens ist die Mikrorisstheorie (hier zu finden: Die Mikroriss-Theorie | PE-Community.eu Dazu ist allerdings zu sagen, dass der Test solcher Methoden zu keinerlei erhöhtem Zuwachs geführt hat, gleichsam aber das Verletzungsrisiko ansteigt. Dies liegt unter anderem daran, dass sich kaltes Gewebe nicht so effektiv überdehnen lässt, wie aufgewärmtes. Man stretcht also sogar deutlich effektiver, wenn man auf eine hinreiche Wärmezufuhr achtet.
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