Ü12: Heli-Stretches

Liglastiger Einhandstretch, der mit dauerhaft kreisender Bewegung alle Stretchrichtungen abdeckt

  1. BuckBall
    Geeignet für:
    Fortgeschrittene
    Risikoklasse:
    moderat
    Anatomischer Fokus:
    Tunica, Ligs
    Geförderte Messwerte:
    BPFSL
    Alternative Bezeichnung:
    Helicopter-Stretches, Rotation Stretch, Rotating Stretch, Slow-Crank-Strech
    Übungsfamilie:
    Einhandstretches
    Verwandte Übungen:
    Klassisches Stretching (Einsteiger), Behind-The-Leg-Stretches (Fortgeschritten), JAI-Stretches (Fortgeschritten), Blaster Stretches (Fortgeschritten)
    Hintergrund
    Der Helicopter-Strech oder auch Heli-Stretch (im englischen Sprachraum meist eher Rotation Stretch) ist eine vergleichsweise häufig verwendete Stretching-Abart, die oft schon im Rahmen erster Experimente mit erweiterten Übungen direkt nach dem Einsteigerprogramm Anwendung findet.
    Die Wirkung des Stretches unterscheidet sich insofern vom Standard-Stretching, als dass nicht nur gezielt in eine begrenzte Anzahl von Richtungen Zug ausgeübt wird, sondern die fließende Kreiselbewegung die Bandbreite der Richtungen deutlich erhöht. Daraus erwächst jedoch auch eine besondere Belastung der Ligamente, weshalb man bei der Ausführung des Heli-Stretches sehr genau darauf achten sollte, dass kein unangenehmes Ziehen oder gar Schmerzen im Bereich der Penisbasis entstehen.

    Ausführung
    Die Übung setzt einen vollkommen schlaffen und aufgewärmten Penis voraus, um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten und die Zugkräfte möglichst ungehindert auf die Tunica wirken zu lassen. Das Stretching kann wahlweise im Stehen, Sitzen oder Liegen ausgeführt werden. Das Vorhandensein oder Fehlen der Vorhaut hat keinen Einfluss auf die Wirkung der Übung.
    1. Ziehe die Vorhaut (sofern vorhanden) vollständig zurück und setze den OK-Griff, möglichst weit oben am Schaft, nahe dem entblößten Eichelkranz an.
    2. Greife fest genug zu, um einen Zug nach vorne aufbauen zu können, quetsche den Penis jedoch nicht zu sehr ein. Der Griff sollte weder schmerzen, noch sich unangenehm anfühlen.
    3. Ziehe den Penis in eine beliebige Richtung zur Seite, bis das Gewebe gestrafft ist und sich bei weiterem Zug nicht mehr signifikant weiterdehnt. Du wirst nun im optimalen Fall bemerken, dass der Penis ein wenig schmaler geworden ist, sich dafür aber nach vorne ausgedehnt hat.
    4. Halte den Zug aufrecht und lasse den Penis dabei um 360 Grad kreisen, so dass er kreisförmig jede Richtung passiert und am Ende wieder am Ausgangspunkt angelangt. Für diese Umdrehung, bei der der Zug durchgehend auf den Penis wirkt, solltest du etwa 15-25 Sekunden benötigen.
    5. Lege nach Abschluss der Umdrehung eine kurze Pause von 10-20 Sekunden ein, um die Durchblutung im Glied zu normalisieren. Achte dabei besonders darauf, dass sich keinerlei erhöhter Bluteinfluss im Glied bemerkbar macht. Wenn du bemerkst, dass sich langsam eine Erektion aufbaut, pausiere solange, bis diese wieder vollständig abgeklungen ist.
    6. Danach setze den OK-Griff erneut an und absolviere eine weitere Umdrehung (siehe den Ablauf der Punkte 3 bis 5), dieses Mal in die andere Richtung als zuvor. Wiederhole diesen Ablauf, bis du das angestrebte Pensum dieser Übung erreicht hast. Dabei zählt nur der eigentliche Stretchingvorgang (also die Zeit, in der der Zug auf den Penis wirkt) als Trainingszeit, nicht die Pausenzeiten dazwischen.

    Zusatzhinweise

    Die nachfolgenden Hinweise behandeln häufige Fragen hinsichtlich dieser Übung und stellen weiterführende Erläuterungen zu deren Feinabstimmung und etwaigen Abwandlungen zur Verfügung.
    • Cross-Helis: Eine alternative Ausführung des Heli-Stretches sieht vor, dass keine kreisende Bewegung vorgenommen, sondern der Penis immer wieder in Kreuzform bewegt wird. So streckt man den Schaft zu Beginn z.B. nach oben und wandert dann binnen 15-25 Sekunden nach unten, wieder zur Mitte von dort nach links und abschließend hinüber nach rechts. Eine derartige Ausführung legt verstärkten Wert auf den vertikalen Zug (90 Grad vom Körper weg), der ansonsten bei der üblichen (kreisenden) Ausführung des Heli-Stretches eher in den Hintergrund tritt.
    • Schnellere Rotation: Als alternative Anwendungsform ist es auch möglich, in den oben genannten 15-25 Sekunden, in denen ein durchgehender Zug auf den Penis wirkt, mehrere kreisende Umrundungen auszuführen. In diesem Fall würde man also die kreiselnde Bewegung des Penis beschleunigen, so dass dieser schneller rotiert und innerhalb der 15-25 Sekunden den Ausgangspunkt somit zwei, drei oder viermal erreicht, statt nur einmal. Dabei ist aber zu beachten, dass eine derart schnelle Ausführung des Heli-Stretches auch das Risiko erhöht, die Ligamente an der Peniswurzel zu überlasten. Man sollte dies also erst erwägen, wenn man schon einige Erfahrungen mit der Übung gesammelt hat und weiß, bis zu welcher Intensität man den Penis mit dieser Übung fordern kann, ohne dass dies ungewünschte Nebenwirkungen hat.
    • Unterstützung von EG-Zuwächsen: Es wird angenommen, dass die Heli-Stretches bei manchen Anwendern auch den Base-EG gefördert haben, insofern sie den gesamten Halteapparat an der Peniswurzel stark strapazierten und diese damit nachhaltig verdicken konnten. Derartige Zuwächse treten aber offenbar nicht bei jedem Anwender auf und beziehen sich auch nur auf den Base-EG, nicht auf den gesamten Penisumfang.
    • Störende Erregbarkeit: Eine sich einschleichende Erregung ist beim Stretching eine ganz normale Reaktion des Körpers - besonders wenn dieser sich noch nicht an das PE-Training gewöhnt hat. Die Berührung des Gliedes wird in diesem Fall automatisch als Stimulation gewertet. Nichtsdestotrotz ist es sehr wichtig, in so einem Fall mit einem weiteren Stretchingzug zu warten, bis das Blut wieder abgeflossen und der Penis vollkommen schlaff ist. Üblicherweise wird der Körper mit zunehmender Trainingserfahrung in dieser Hinsicht desensibilisiert, so dass das Stretching ohne längere Zusatzpausen ausgeführt werden kann. Weiterhin onanieren manche Anwender vor dem Stretching, um den Penis dadurch weniger erregbar zu machen. Dies hat jedoch den Nachteil, dass nachfolgende Schwellkörperübungen, bei denen eine stabile Erektion nötig ist, nur erschwert ausgeführt werden können. Zudem sollte niemals direkt vor dem Stretching onaniert werden, weil nach dem Orgasmus die Durchblutungssituation erhöht und das Glied oft auch sensibler ist. Griphilfen, die im nächsten Punkt erwähnt werden, können die Erregbarkeit des Penis derweil ebenfalls herabsetzen.
    • Griphilfen: Beliebte Griphilfen beim Stretching sind Theraband, einfaches Toilettenpapier oder Haftbinden, oft ergänzt durch Handschuhe (z.B. einfache Einmalhandschuhe aus Latex). Die Griphilfen vermeiden einen direkten Kontakt zur Haut und sorgen dadurch meist für eine Herabsetzung der Erregbarkeit - und eine erhöhte Griffigkeit. Andererseits rauben sie jedoch auch das direkte Gefühl beim Stretching, was zu einem zu engen Griff führen kann. Man sollte daher dringend auf sein Körpergefühl achten und den Griff entsprechend anpassen.
    • Front-OK-Griff und Back-OK-Griff: Für die Ausführung aller Stretches kann wahlweise der Front-OK- oder Back-OK-Griff gewählt werden. Die Wahl, welche Variante von beiden verwendet wird, sollte vom Anwender nach eigenem Gefühl und ausgiebigem Selbsttest getroffen werden. Die Wahl des Griffes bzw. dessen individuelle Umsetzung hat oft erheblichen Einfluss auf die Grifffestigkeit und Effektivität der Übung.
    • Intensitätsregulierung: In vielen Fällen haben gerade Einsteiger die Befürchtung, mit viel zu wenig Intensität zu stretchen. Diese Sorge ist in fast allen Fällen unbegründet. Im Vergleich arbeiten eigentlich alle mechanischen PE-Streckgeräte mit deutlich weniger Zug als die gewöhnliche Armeskraft zur Verfügung stellt. Es ist daher nicht erforderlich, den Stretch mit maximaler Kraft auszuführen. Dies führt eher zur Überlastung und birgt ein nicht zu unterschätzendes Verletzungsrisiko, als dass es Vorteile verspricht. Man sollte stattdessen mit eher geringer Zugkraft beginnen und diese langsam über die ersten Trainingswochen erhöhen, um auf diese Weise eine ideale Trainingsauslastung für sich zu finden.
    • Schmerzfreiheit: Jedwede Schmerzen oder unangenehmes Ziehen während oder nach dem Training sind klare Anzeichen für eine zu hohe Intensität. Am Besten sollte diese dann sofort gedrosselt werden. Das Stretching braucht sich zu keinem Zeitpunkt unangenehm anzufühlen, um effektiv zu sein.